Allen Ginsberg, geboren 1926 in Newark, New Jersey, gestorben 1997 in New York, ein amerikanischer Dichter, war schon zu Lebzeiten ein Mythos und einer der großen, repräsentativen Gestalten der “Beat-Generation“, des Aufbruchs und des Protests gegen den Vietnam-Krieg. Das Geheul, 1955 geschrieben, gilt als einer der großen Gesänge des 20. Jahrhunderts. Seine Offenbarung der Nachtseite der zivilisierten Welt entspricht auch heute noch nicht der “political correctness” und schon gar nicht der herrschenden Philosophie des Emporkommens um jeden Preis, der Leistungs- und Siegerideologie der modernen Gesellschaft. 

 

Martin Engler hat den 4-teiligen Gedichtzyklus um den Text HUM BOM! erweitert, den Ginsberg 1991 anlässlich des Golfkrieges veröffentlicht hatte. Die Vocal-Performance, zusammen mit den Augenblickskompositionen von Ralph Hufenus (Kontrabass) beschwört Ginsbergs Visionen und eine apokalyptische Bombenstimmung, die uns angesichts des permanenten Kriegsterrors ekstatisch zucken lässt.

 

Martin Engler studierte zunächst Theaterwissenschaft, Philosophie und Politik und von 1992-1996 Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. In Luxemburg war er zuletzt am Kapuziner Theater als Kreon in Antigone (Regie: Steve Karier) zu sehen. Sein aktuelles Langzeitprojekt ist die Wiederbelebung des Dichters Dieter Roth in einer Performance-Reihe.

Mit
Martin Engler
Musikalische Begleitung
Ralph Hufenus
Sprache
In deutscher und englischer
Vendredi 09 juillet 2010
21:30 | Kulturhaus Niederanven